Dublin, Tag 7

Wow, heute vor einer Woche bin ich angereist, wie die Zeit doch vergeht! Morgens werde ich durch einen Mordsradau in der Wohnung über mir wach, Möbel werden gerückt, Türen geknallt, gestampft u. ä. Ich versuche die Geräuschkulisse so gut es geht zu überhören und weiterzuschlafen, aber es gelingt mir nicht. Super, so fängt das Wochenende ja klasse an! Schlaftrunken gucke ich auf mein Smartphone. Erst 6 Uhr 😫 Herrje, eigentlich hätte ich ja heute ausschlafen können. Leider sagt mir auch noch Eva für heute ab, sie musste doch früher zum Flughafen, somit fällt unser Treffen aus. Ich klinke mich spontan, mittlerweile bin ich hellwach, bei ein paar Mitstudenten ein, die heute nach Glandalough fahren wollen. Es handelt sich dabei um eine Klostersiedlung, die auf den heiligen Kevin zurückgeht. Ein Früchtchen war das! Anscheinend ein Frauenhasser, der im 6. Jahrhundert in einer Höhle der beiden Seen bei Glendalough lebte. Quellen zufolge schlug er einer Frau, die ihm zu nah kam, Brennnesseln ins Gesicht, eine andere schubste er, so dass sie in den See fiel und ertrank. So ein Mistkerl 😤 Ein bisschen plagte ihn dann sein Gewissen doch und er konvertierte zum Christentum. Unbelievable! Auf dem Hinweg waren wir erstaunt, wie viele Touristen ins "Tal der zwei Seen" wollten. Das muss wohl an dem tollen Wetter heute liegen. Wir beschließen, rechtzeitig bei der Bushaltestelle zu warten, um einen Sitzplatz ergattern. Wir sind nicht die einzigen mit dieser Idee. Kaum öffnet der Busfahrer die Türen, gibt es ein wildes Geschiebe und Gedränge, schließlich landen wir wohlbehalten im Bus. Man muss wissen, dass um 17.30 Uhr der letzte Bus nach Dublin zurück fährt. Und wer möchte schon nachts in Glendalough bleiben und dem Geist von St. Kevin begegnen, der einen dann mit Brennnesseln geißelt