Dublin, Tag 12

Die Straße vor meinem Haus ist so stark befahren, das geht auf keine Kuhhaut. Bin echt ein wenig durch den Schlafmangel gerädert. Selbst wenn die Fenster geschlossen sind, hört man den Lärm noch sehr deutlich. Naja, wirklich schließende Fenster sind das in meinem Apartment ja nicht. Einfach miserable Qualität ... Ich freue mich schon sehr auf die Ruhe in unserem schönen Heiligkreuz. Ich befürchte nur, dass ich die ersten Nächte nicht schlafen kann, weil die Ruhe so ungewohnt sein wird ... Im Unterricht sollen wir uns Notizen zu einem youtube-Video machen. Pedro, der zweite Brasilianer in unserer Runde, hat lustige Vorstellungen von Arbeitsmaterialien: er macht seine Notizen auf einen winzigen Block, kurz überlegen, es müsste sich um DIN A8 handeln. Naja, er bleibt ja auch 6 Monate, da muss sparsam mit den Arbeitsmaterialien umgegangen werden 😉. Im zweiten Unterrichtsblock ist schauspielerisches Talent gefragt. Yoshi, der Japaner und ich, sind die Machthaber auf einer paradiesischen Insel im Südpazifik, leider bettelarm. 4 Unternehmen möchten sich bei uns ansiedeln: Ein Hotel, eine Tabakproduktion, eine Raffinerie und ein Pharmaunternehmen. Wir haben Infos über sie, was sie nicht wissen. Die einzelnen Teams versuchen bei uns Fuß zu fassen, werden allerdings mit ihren Praktiken wie Kinderarbeit, Bereitstellung von Apparaturen zur Drogenherstellung, Verklappung von Erdöl, etc. konfrontiert. Sehr lustig 😄. In der Mittagspause will ich mal eben zu einem Reiseveranstalter, um mich über einen Trip nach Belfast zu erkundigen, den ich letztendlich auch buche. Es handelt sich um einen brasilianisch-irischen Betrieb. Der Inhaber, nebenbei der erste große, breitschultrige, gut aussehende Ire, den ich treffe, hat deutsche Wurzeln, das erklärt wohl auch seine Statur. Er verabschiedet mich in fast perfektem Deutsch 😉 Google-Maps, das ich zum Bereitstellen des Fußweges genutzt hatte, war nicht so genau, "eben mal" waren dann für Hin- und Rückweg schlappe 7 km 😧. Jetzt aber sputen, um nicht zu spät zum Nachmittagsunterricht zu kommen. Nach der Schule noch einen kurzen Abstecher ins archäologische Museum, um Moorleichen zu bestaunen, ein Foto findet ihr in meiner Chronik. Ich wusste es schon immer, der Ire hat rote Haare ...