Dublin, Tag 15

Sonntag. Ausschlafen, wie herrlich. Ich bin immer noch platt, der Tag steckt mir noch in den Knochen. Ich habe auch einen Muskelkater in den Beinen, das kommt davon, wenn Frau auf alle Hügel kraxelt und treppauf, treppab läuft. Bin eben auch nicht mehr die Jüngste. Wie die Zeit vergeht. Es ist Bergfest. Heute vor 2 Wochen bin ich angereist, heute in 2 Wochen geht es schon wieder heimwärts. Ich beschließe nichts auf meinen Muskelkater zu geben und mache mich auf in Richtung Innenstadt, wie immer zu Fuß. Die Sonne scheint, es ist direkt ein wenig schwül. Eigentlich habe ich vor, die National Gallery zu besuchen, will aber vorher einen Abstecher in die Crafton Street machen, eine von Dublins Einkaufsstraßen. Die Innenstadt ist vol von Strassenmusikern, die um die Gunst der Zuhörer buhlen. Am besten gefallen mir zwei Jungs, total selbstbewusst performen sie. Schon mehrmals habe ich vor dem Clarks Schuhgeschäft gestanden. Warum nicht hineingehen und ein bisschen stöbern. Die neue Kollektion hat aber auch wieder Schönes zu bieten ... Nur mal anprobieren ... Die sind aber auch bequem! Und günstiger als in Trier. Gesagt, getan, dieses Paar Schuhe gehört mir! Ich hänge den Plan die Galerie zu besuchen, kurzerhand an den Nagel, bin nicht in der Stimmung. Ich könnte doch eines der Sushilokale, die James, einer unserer Lehrer, mir empfohlen hat! Auf dem Weg dorthin Laufe ich zufällig an einem Fly London Geschäft vorbei 😍 Da es sich hierbei um eine meiner Lieblingsmarken handelt, komme ich natürlich nicht umhin, das Innere zu erkunden. 15 Minuten später verlasse ich mit einer weiteren Tüte bepackt den Laden. Vorbei geht es an der Statue von Molly Malone. Nicole und Heike, erinnert ihr euch noch? Kenne die Strophen immer noch auswendig 😉 Ich finde das Lokal ohne Probleme. Das Glück ist mir hold, es ist noch ein kleiner Tisch in dem gut besuchten Lokal frei. Zur Begrüßung gibt es erst einmal grünen Tee. Klasse! Liebe Gastronomen in Deutschland, warum tut ein Großteil von euch sich so schwer mit einem Giveaway? Ein Tee, oder Schnaps oder Gummibärchen für die Kinder tun euch doch nicht weh, oder? Ich bestelle mir Misosuppe, Ebi Tempura und Salmon Rocket Maki sowie ein Getränk. Die Portionen sind ordentlich es schmeckt lecker, die Preise sind für Dublin sehr günstig. Hier war ich bestimmt nicht zum letzten Mal. Nach dem Essen mache ich mich mit vollgefuttert und durch meine Schuh-Einkäufe zufriedengestellt auf den Weg nach Hause. Meine Freude wird dadurch getrübt, dass ich wieder viele Obdachlose sehe. Etliche sehen sehr ordentlich aus. Zuhause angekommen lese ich einen Artikel im Dublin Sunday Mirror diese Problematik betreffend. Im letzten Jahr hat die Zahl der Menschen ohne Bleibe drastisch zugenommen. Gravierend ist auch die Zahl der betroffenen Kinder 😟 Der Grund: immer höhere Mieten, gleichbleibende oder geringere Einkommen und immer weniger Wohnraum in den Städten steht zur Verfügung. Leider auch hier wird die Kluft zwischen Armen und Reichen immer größer ...