Dublin, Tag 21

Auf geht's! Ich will gleich um 9.30 Uhr, wenn die National Gallery öffnet, mein kostenloses Ticket für die geführte Tour im Taoiseach Department abholen. Mit einem Cappuccino und meinem Dublin-Reiseführer vertreibe ich mir die Zeit bis zur Führung. Im Regierungsgebäude darf leider nicht fotografiert werden, so muss ich mich mit ein paar Außenaufnahmen begnügen. Die Führung ist interessant, sie dauert da. 40 Minuten. Das Büro von Enda Kenny wirkt bodenständig. Zwischen Bildern von Politikern wie Barack Obama und Persönlichkeiten wie Muhammad Ali stehen Bilder seiner Frau und seiner drei Kinder. Dafür gibt es ein fettes "Like" 👍. Anschließend geht es zur Chester Beatty Library. Ich bewundere unter anderem Zeichnungen von Albrecht Dürer, aber als ich im dritten OG vor griechischen Schriften aus Ägypten, die aus dem 2. Jahrhundert (!) datieren, läuft mir ein Schauer über den Rücken. Unglaublich das diese Schriften immer noch existieren ... Ich beschließe eine Kleinigkeit in der Bibliothek zu essen, es gibt halbe Portionen. Mit knapp 7 EUR bin ich dabei für Lachs mit Kartoffeln und Gemüse plus Getränk. Da gibt es nichts zu meckern und lecker ist es auch noch! Bevor es weiter geht, noch schnell zur Pippibox, sicher ist sicher. Baff erstaunt bin ich, als ein Mann die Kabine verlässt, die Klobrille ist natürlich hochgeklappt 😨. Sachen gibt's. Den Eintritt ins Dublin Castle spare ich mir. Es ist ein Sammelsurium von Gebäuden, der Komplex gefällt mir gar nicht 😬. Außerdem habe ich schon so viele Schlösser von innen gesehen, dieses wird sich nicht sehr von den anderen unterscheiden. Auf dem Weg zum National Museum of Ireland Decorative Arts and History stolpere ich zufällig über einen Flohmarkt. Dort erstehe ich zwei Drucke und handele den Bruder der Künstlerin noch um 10 % runter. Well done. Das Museum beherbergt diverse Ausstellungen, unter anderem eine von Eileen Grey, die so tolle Klassiker wie den Adjustable Table E1027 oder aber den Non Conformist Chair entworfen hat. Ich bin ein Fan ihrer Werke. Mit weit über 90 hat die Gute immer noch an Entwürfen für neue Produkte gewerkelt, Chapeau! Ich mache mich auf den Heimweg, eine ordentliche Strecke liegt vor mir, aber ich habe mir vorgenommen, in Dublin immer zu Fuß zu gehe, was ich auch tapfer einhalte. Eigentlich möchte ich noch in einem Café ein Stück Kuchen essen und Kaffee trinken, aber ich bin so kaputt, dass ich doch Richtung Heimat marschiere, zwischendurch kaufe ich nur noch schnell Brot für morgen ein. Schließlich werde ich morgen auch wieder einen langen Tag vor mir haben ...