Dublin, Tag 29

Die letzte Nacht war alles andere als toll. Habe kaum geschlafen, was ich teils auf den Burrito schiebe, teilweise auf die Vorfreude auf Zuhause. Morgens mache ich mich fertig und packe die letzen Sachen in meinen Koffer. Mit viel Mühe bekomme ich ihn zu. Kennt ihr das auch? Auf dem Hinweg passt das ganze Zeugs prima in den Koffer, für den Heimweg muss man pressen und drücken. Pünktlich um 10 Uhr checke ich aus und nehme meine Kaution in Empfang. Den Koffer kann ich bei Ellen lassen und später am Nachmittag abholen, mein Flug geht nämlich erst um 19.40 Uhr. Der Himmel weint. Dublin ist traurig, dass ich den Heimweg antrete. Ich beschließe das Little Dublin Museum zu besuchen. Interessant war unter anderem, dass noch 1971 die Beschaffung von Kondomen illegal war! Einige irische Frauen sind mit dem Zug nach Belfast gefahren, haben dort Kondome en gros eingekauft und dann lautstark in Dublin protestiert. Das Gesetz wurde übrigens zwischenzeitlich geändert 😉. Nach einer Stunde verlasse ich das Museum, es regnet immer noch. In der Nähe befindet sich Butler's Chocolate Café. Naz hatte es empfohlen, aber bislang habe ich es nicht dorthin geschafft. Ich ergattere einen Tisch. Zum Cappuccino gibt es eine selbstgemachte Praline nach Wahl, köstlich! Einige Zeit später, der Tisch neben mir ist gerade frei geworden, betritt ein Rentnerehepaar das Café, die sympathische Dame fängt sofort ein Gespräch mit mir an, typisch Dubliner, ich mag das ... Sie beschwert sich über das Wetter. Ich erkläre, dass es meine Schuld ist, dass der Himmel weint, da ich Dublin verlasse. Sie fragt, woher ich komme. Es stellt sich heraus, dass das Ehepaar seit 42(!) Jahren in Luxemburg lebt. Die beiden verbringen ihren Sommerurlaub in Dublin. Wie witzig! Die Begrüßung erfolgt auf Luxemburgisch, dann schweifen wir wieder ins Englische ab. Wir unterhalten uns lange, die beiden sind total nett. Wie klein die Welt doch ist. Sitze ich Triererin neben Leuten aus Alzingen, und das in Dublin😉. Sie geben mir noch ein paar Tips für meinen nächsten Irlandbesuch, dann müssen sie sich verabschieden, denn sie treffen ihre Familie zum Lunch. So, einen Cappuccino trinke ich noch, schließlich muss ich noch eine weitere Praline probieren 😋. Anschließend besuche ich noch ein Shoppingcenter und erstehe dort ein reduziertes Oberteil einer irischen Designerin. Der Regen will nicht aufhören, aber das schockt die Iren nicht. Tatsächlich stellen etliche Künstler ihre Werke an den Zäunen rings um Saint Stephen's Green aus. Von Kunst bis Kitsch ist alles dabei. Ein letztes Mal durchquere ich den Park, der Regen tut seiner Schönheit keinen Abbruch. Nun ab zum Apartment mein Gepäck abholen und dann ein letztes Mal zu meinem Lieblingsthai. Perfektes Timing, er öffnet gerade. Ich entscheide mich für Panang Curry mit Hühchen. Very delicious 😋. Der Taxistand ist nahe, wieder erwische ich einen netten Taxifahrer, diesem Mal mit einem starken irischen Akzent. Ich verstehe ihn gut, der Sprachkurs trägt Früchte. Wir unterhalten uns über Gott und die Welt, es ist wieder eine kurzweilige Fahrt. Die Zeit bis ich meinen Koffer los werde, überbrücke ich mit einem Illy-Kaffee und schreibe an meinem letzten Tagebucheintrag. Mein Flieger hat Verspätung, eigentlich sollte das Boarding um 19.05 Uhr beginnen, um 19.15 Uhr rollt der Vogel dann gemütlich heran. Das kann ja noch dauern ... Passagiere ausspucken, Gepäck entladen, auftanken, reinigen ... Ich will heim 😩. Mit ca. 30 min. Verspätung geht es dann los in Richtung Luxemburg. Ein Flug mit Luxair ist immer eine Freude, dem durstigen Gast wird auf Wunsch ein Glas Schampes „smile“-Emoticon Sekt) serviert. Wie durstig bin ich😏. Wir überfliegen gerade London, wir haben glasklare Sicht, was für ein spektakulärer Anblick bei Nacht ... Ich lasse den Aufenthalt in Dublin noch einmal Revue passieren und schreibe weiter an meinem Tagebuch. Der Sinkflug beginnt, gleich werde ich wieder daheim sein. Der Regen hat mich begleitet, dieses Mal sind es wohl Freudentränen, die der Himmel vergießt ☺. Die Heimat hat mich wieder ...